Hat die Türkei noch Platz in der NATO?

Weltpolitik
von The False Flag


Seit dem Verfassungsreferendum hat sich die Machtfülle von Präsident Erdogan weiter erhöht.

Wie ein Kalif herrscht er nun über das Land das die Brücke zwischen Europa und Asien bildet.

Kritik aus dem Ausland lässt den mittlerweile defakto Diktator kalt. Andere Länder haben sich nicht in Innertürkische Agenden einzumischen, so der Tenor der AKP treuen Politiker.

Am Montag dem 1.Mai 2017 herrscht in Istanbul wiedermal das Chaos, etwa 2000 Demonstranten versuchen sich den Weg zum Taksim-Platz frei zu machen, mehr als 30.000 Sicherheitskräfte sind im Einsatz. Die Rede ist von mehr als 200 Verletzten.

Neben den obligatorischen Schlagstöcken ist auch Tränengas im Einsatz. Darauf hin wird das Gelände rund um den Taksim-Platz weiträumig abgesperrt. Währenddessen wurden erneut fast 4.000 Staatsbedienstete entlassen, darunter 1.200 Angehörige der Streitkräfte. Auch 1.127 Angestellte des Justizministeriums sowie 201 Mitarbeiter der Religionsbehörde Diyanet wurden gefeuert. Auch die Wahlkommission, das Verfassungsgericht und der Hohe Rat der Richter und Staatsanwälte waren betroffen.

Erdogan benötigt für sein Handeln eigentlich die Zustimmung des Parlaments, doch das scheint ihn nicht weiter zu stören das Land nach seinen Vorstellungen  bzw im Sinne seiner Interessen umzubauen.

Bei all den Entwicklungen sollte sich die Staatengemeinschaft ersthaft fragen ob für so ein Land noch Platz in der NATO ist. Von der EU ganz zu schweigen. Schließlich wirft Erdogan den USA vor das sie selbst hinter dem Putschversuch stecken und fordern seither die Auslieferung des Unliebsamen Führers der Gülen-Bewegung. Das die CIA hinter den Kulissen das Land für ihre Zwecke instrumentalisiert steht außer Zweifel, die Frage in wie weit Erdogan in deren Pläne eingebunden ist.

Die Türkei ist für die USA und seine Verbündeten allerdings aus rein militärischer SIcht ein wichtiger Partner und Faktor im Krieg gegen das Assad-Regime. Schließlich gelangt der Großteil der IS-Kämpfer über die Türkei nach Syrien. Auch der militärische Nachschub verläuft über die Türkei wobei hier die Stadt Gaziantep eine Schlüsselfunktion inne hat.

Doch wenn es den USA, der UNO, der NATO und all diesen Institutionen wirklich ernst wäre gibt es eigentlich keine andere Chance als der Türkei die NATO-Mitgliedschaft zu entziehen. Viel zu oft haben Erdogan und seine Dienste die Verbündeten schon an der langen Nase herum geführt. Von Menschenrechtsverletzungen die täglich in der Türkei allgegenwärtig sind bis hin zur Missachtung der Demokratie und Meinungsfreiheit.

Erdogan ist nicht dumm, es könnte sein das er seine Macht aus diesem Grund weiter festigen will, weil er weiß, sollte Assad fallen, könnte sich auch die Schlinge um seinen eigenen Hals festziehen.

Quelle:

http://orf.at/stories/2389589/2389591/

FOTOQUELLE: DPA

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