Aufgedeckt: USA unterstützen IS-Terroristen in Syrien

Folgt uns Bitte auch auf:
Facebook0
Facebook
YouTube0
YouTube
SOCIALICON
SOCIALICON

Weltpolitik, Europapolitik
von Wolfgang Freisleben und Thierry Meyssan


Dokumente des vormaligen US-Außenministers John Kerry beweisen, dass die USA höchst aktiv die Dschihadisten und vor allem auch den IS (=Daesh) im Krieg gegen Syrien unterstützen und Waffen liefern. Sie planten, letztlich das Land unter Israel, der Türkei und den Dschihadisten aufzuteilen. Eine direkte Konfrontation mit Russland scheute die Obama-Regierung in Washington allerdings.

Autor: Thierry Meyssan *)

Viele Dokumente, die lange Zeit geheim gehalten wurden, sind bereits veröffentlicht worden. Natürlich in verschiedenen Ländern, weshalb die internationale öffentliche Meinung ihrer nicht bewusst war. Aber sie gestatten jetzt schon die Rekonstruktion der Ereignisse.

Ex-Außenminister John Kerry: Nie mit der Unterstützung der IS-Terroristen aufgehört

Die Veröffentlichung einer Aufnahme privater Bemerkungen von John Kerry im September letzten Jahres deckt die Politik des US-Außenministers auf und zwingt alle Beobachter, ihre vorherigen Analysen zu revidieren.

Die Freigabe der kompletten Aufnahme des Treffens zwischen Außenminister John Kerry und Mitgliedern der syrischen Nationalen Koalition (22. September 2016 in der Delegation der Niederlande bei den Vereinten Nationen) ändert das Bild von der US-Position zu Syrien.

Erstens glaubten wir, dass Washington die Operation des sogenannten „arabischen Frühlings“ ins Leben gerufen hatte, um die weltlichen arabischen Regime zugunsten der Muslim-Bruderschaft zu stürzen, und dann seine Verbündeten im zweiten Krieg gegen Syrien ab Juli 2012 allein ließ.

Barack Obama im Weißen Haus: Aufteilung Syriens angedacht

Diese, die ihre eigenen Ziele verfolgten (Wiederkolonisierung für Frankreich und Großbritannien, Eroberung des syrischen Gases für Katar, Ausbau des Wahabismus und Rache für Saudiarabien wegen der Unterstützung im libanesischen Bürgerkrieg, Annexion des Nordens des Landes für die Türkei nach dem Zypern-Modell, usw.) hätten das ursprüngliche Ziel aufgegeben.

Nun bestätigt John Kerry in dieser Aufnahme, dass Washington den Versuch nie aufgegeben hat, aktiv die syrische arabische Republik zu stürzen, was also bedeutet, dass er jeden Schritt seiner seiner Verbündeten kontrolliert hat. In der Tat wurden die Dschihadisten in den letzten Jahren vier Jahren durch das Allied LandCom (Heereskommando) der NATO mit Sitz in Izmir (Türkei) kommandiert, bewaffnet und koordiniert.

Zweitens bestätigt John Kerry, dass Washington wegen des internationalen Rechts und des Engagements von Russland nicht weiter gehen konnte. Verstehen wir es richtig: die Vereinigten Staaten haben weiterhin ihr Recht überschritten.

Sie haben den Großteil der Öl- und Gasindustrie-Infrastruktur des Landes zerstört, mit dem Vorwand, gegen die Dschihadisten zu kämpfen (was im Einklang mit dem Völkerrecht ist), aber ohne von Präsident Al-Assad dazu aufgefordert zu werden (was das Völkerrecht verletzt). Sie wagten jedoch nicht, ihre Boden-Truppen zu einzusetzen und die Republik offen zu bekämpfen, wie sie es in Korea, Vietnam und Irak gemacht haben.

Stattdessen haben sie beschlossen, ihre Verbündeten in die vorderste Linie (leadership from behind – Führung von hinten) zu bringen und ohne viel Geheimnis wie in Nicaragua die Söldner zu unterstützen, auch auf die Gefahr hin, durch den internationalen Gerichtshof (das interne Tribunal der Vereinten Nationen) verurteilt zu werden.

Von US-Kampfflugzeugen zerstört: Brennende Ölanlage in Syrien

Washington ist jedenfalls nicht gewillt einen Krieg gegen Russland zu führen. Und Russland, das sich nicht gegen die Zerstörung von Jugoslawien und Libyen gewehrt hatte, bot nun die Stirn und schob die unüberschreitbare Linie zurück. Moskau ist imstande, das Gesetz mit Gewalt zu verteidigen, falls Washington offen einen neuen Eoberungskrieg wagen sollte.

Drittens beweist John Kerry in dem Ton-Doku- ment, dass Washington auf einen Sieg von Daesh über die Republik hoffte. Bis dahin — auf der Basis des Berichts des Generals Michael Flynn vom 12. August 2012 und des Artikels von Robin Wright in der New York vom 28. September 2013 — hatten wir geglaubt, dass das Pentagon beiderseits der syrisch-irakischen Grenze ein „Sunnistan“ schaffen wollte, um die Seidenstraße abzuschneiden.

Nun gab er aber zu, dass der Plan weit darüber hinausging. Wahrscheinlich sollte Daesch Damaskus einnehmen, um dann von Israel verjagt zu werden (d. h. sich ins „Sunnistan“, das ihm zugeteilt worden war, zurückzuziehen). Syrien wäre dann im Süden von Israel, im Osten von Daesch und im Norden von der Türkei aufgeteilt worden.

Dieser Punkt erlaubt es zu verstehen, warum Washington den Eindruck vermittelt hat, nichts mehr zu kontrollieren, seine Verbündeten „walten zu lassen“. In der Tat hat die Regierung Frankreich und Großbritannien in den Krieg getrieben, indem es ihnen weismachte, dass sie die Levante wieder kolonisieren könnten, während sie geplant hatte, Syrien ohne sie zu teilen.

Viertens: Mit dem Geständnis, Daesh „unterstützt zu haben“, gibt John Kerry zu, Daesh bewaffnet zu haben, was die Rhetorik des „Krieges gegen den Terrorismus“ auf null reduziert.

Wir wussten seit dem Attentat auf die al-Askari Moschee in Samarra am 22. Februar 2006, dass Daesh (ursprünglich „Islamisches Emirat Im Irak“ genannt) vom nationalen US-Geheimdienst-Direktor John Negroponte und Oberst James Steele geschaffen wurde — nach dem Vorbild, wie sie es in Honduras getan hatten —, um dem irakischen Widerstand ein Ende zu machen und einen Bürgerkrieg zu entfachen.

Terroristen des IS: Vorgesehen für die Besiedlung von „Sunnistan“

Wir wussten seit der Veröffentlichung des Protokolls der Planungsbesprechung in Amman am 1. Juni 2014 in der Tageszeitung der PKK, Özgür Gündem, dass die Vereinigten Staaten die gleichzeitige Offensive von Daesh auf Mosul und von der regionalen Regierung des irakischen Kurdistan auf Kirkuk organisiert hatten. Somit wissen wir heute mit Sicherheit, dass Washington nie aufgehört hat, Daesh zu unterstützen.

Fünftens hatten wir den Konflikt zwischen dem Clan Allen/Clinton/Feltman/Petraeus einerseits und der Obama/Kerry-Regierung andererseits als Unterstützung von Daesh beziehungsweise gegen eine solche interpretiert. Es war dem aber nicht so. Beide hatten absolut keine Skrupel, die fanatischsten Dschihadisten zu organisieren und zu unterstützen.

Ihre uneinige Auffassung konzentrierte sich ausschließlich auf den möglichen Rückgriff auf einen offenen Krieg — und den Konflikt, den ein solcher mit Russland riskieren würde — oder über die Wahl von geheimen Aktionen. Nur Michael T. Flynn, der heutige Sicherheits-Berater von Trump, war gegen den Dschihadismus.

Falls in ein paar Jahren die Vereinigten Staaten zusammenbrechen sollten, wie einst die Sowjetunion, könnte diese Aufnahme von John Kerry gegen ihn selbst und gegen Barack Obama vor einem internationalen Gericht — aber nicht vor dem Internationalen Strafgerichtshof, der jetzt diskreditiert ist – verwendet werden. Da er Teile des von der New York Times veröffentlichten Gesprächs anerkannt hat, könnte er die Echtheit der gesamten Aufnahme nicht leugnen.

Die von Kerry zugegebene Unterstützung von Daesch verstößt gegen mehrere UN-Resolutionen und ist ein Beweis von seiner und Obamas Verantwortung bei den durch die terroristische Organisation begangenen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

*) Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse.

Übersetzung: Horst Fröhlich.

Please follow and like us:
Folgt uns Bitte auch auf:
Facebook0
Facebook
YouTube0
YouTube
SOCIALICON
SOCIALICON

Comments

comments