Massive Vorwürfe über Online-Grooming einer Minderjährigen durch Julian Assange

Weltpolitik/Europapolitik/Geheimdienste

von Alexander Benesch (Recentr.com)


Es war zunächst ein Mysterium, wer Julian Assange das Internet gekappt hat und warum. Wikileaks verdächtigte zunächst offen die USA, dann aber hieß es, Ecuador habe dies veranlasst. Wikileaks twitterte, dass man gehört habe, US-Außenminister John Kerry Druck hätte Druck ausgeübt auf Ecuador, um Julian Assanges Internetverbindung zu sabotieren. Assange sitzt immer noch in der ecuadorianischen Botschaft in London und beeinflusst mit der Veröffentlichung von gestohlenem Material der amerikanischen Demokratischen Partei den US-Präsidentschaftswahlkampf. Ecuador hat dazu ein nebulöses, unklares Statement abgegeben. Die amerikanischen Behörden verdächtigen zunehmend, dass russische Hacker im Auftrag Moskaus die Daten stehlen und an Wikileaks durchreichen.

Dann tauchten schockierende Berichte auf im Netz, wie beispielsweise eine inzwischen wieder zurückgezogene Meldung auf DailyKos: Assange hätte Vorwürfen in den Bahamas zufolge das Dating-Netzwerk von Todd&Clare.com benutzt, um einem 8-jährigen Mädchen pornografisches Material zu schicken und umgekehrt Material von dem Mädchen zu verlangen. Wegen laufenden Ermittlungen zu dem Cyber-Grooming sei Assanges Internetzugang unterbrochen worden. Wikileaks streitet dies natürlich ab.

Der Fall erinnert an Scott Ritter, ein US-amerikanischer Offizier, der in seiner Rolle als Inspektor der Vereinten Nationen für die UNSCOM-Mission im Irak bekannt wurde. Er widersprach dem Mantra von George Bush und Tony Blair, der Irak hätte viele einsatzbereite Massenvernichtungswaffen. Ritter wurde verurteilt für Online-Grooming von Minderjährigen, wobei er beteuert, Opfer einer Inszenierung zu sein.

Zunächst mochte man an eine komplette Zeitungsente denken, allerdings gibt es auf der offiziellen Dating-Webseite von Todd&Clare interessante Informationen dazu. Todd&Clare hatte sich unter großem Aufwand bemüht, in ein Programm der Vereinten Nationen aufgenommen zu werden und implementierte Sicherheitsmaßnahmen für weibliche Nutzer, um zu verhindern, bei Verabredungen Opfer sexueller Gewalt zu werden. Todd & Clare beschwerte sich bei der UN, dass ein flüchtiger Angeklagter eines Sexverbrechens wie Julian Assange Unterstützung erhält von der UN-Arbeitsgruppe für unrechtmäßige Inhaftierungen. Wikileaks wirbt regelmäßig mit der Unterstützung der UN und fordert, dass Assange die ecuadorianische Botschaft ungehindert verlassen darf und finanziell entschädigt wird. Anstatt dass sich die Vereinten Nationen von Julian Assange distanzierten, distanzierten sich die UN hingegen von Todd&Clare. Der Sachverhalt ist auf ToddandClare.com im Detail aufgeführt. Zusätzlich heißt es, dass man eine juristische Auseinandersetzung mit Julian Assange habe:

Reporting to the UN on all company business, as required by their own mandate, meant we were forced to tell the UN about our legal interactions with Julian Assange, some of which are now sub judice.

Ein Link führt zu der Seite prweb, wo auch die Rede ist von Ermittlungen gegen Assange im Hinblick auf Kindesmissbrauch in Online-Chats bzw. Videochats. Ein formelles Schreiben an die Vereinten Nationen ist dort verlinkt:

assange-todd-clare

Angeblich soll Assange über Mittelsmänner im Juni 2016 selbst auf ToddandClare.com zugegangen sein, um als prominente Person Werbung zu machen für die UN-Kampagne #HeForShe gegen sexuelle Gewalt, sowie für das KATIA Project zur Verringerung des Missbrauchs-Risikos bei Verabredungen, welches u.a. auch von dem bekannten MIT-Professor Noam Chomsky beworben wird. Wären Todd&Clare darauf eingegangen, hätte Assange sich künftig damit brüsten können, von weiteren Gruppierungen aus dem Umfeld der UN bzw. mit Akkreditierung der UN, anerkannt zu sein. Damit hätte Assange sein lädiertes Image im Hinblick auf seine sexuellen Eskapaden verbessern können. Nicht nur wollen die schwedischen Behörden Assange befragen wegen den Vergewaltigungsvorwürfen zweier Frauen, sondern es ist nun auch die Rede von Ermittlungen in den Bahamas wegen sexuellem Online-Kontakt mit einem Kind über das Dating-Netzwerk von Todd & Clare.

Wikileaks soll inzwischen erklärt haben, dass irgendjemand ohne jede Basis falsche Vorwürfe in den Behamas erhoben hätte.

Todd & Clare erklärte gegenüber den Vereinten Nationen, dass man sich in jedweder Form von Assange distanziert habe, nachdem bekannt wurde, dass er das Dating-Netzwerk möglicherweise für illegale Aktivitäten missbraucht hat und dass Ermittlungen laufen würden. Mit einer Klage wollte Todd & Clare sicherstellen, dass Assange nicht künftig wirbt mit seiner Assoziierung zu Todd & Clare und den Vereinten Nationen.

Es sollen Kanadier gewesen sein, die mit ihren Kindern auf einer Yacht in den Bahams weilten. Die erwachsene Tochter soll einen Account bei Todd & Clare gehabt haben, zu dem aber die 8-jährige Schwester laut den Mutmaßungen und Vorwürfen Zugang hatte. Eine Sonderabteilung der Behörden in den Bahamas hätte sich dem Fall angenommen. Es ist die Rede davon, dass Assange via Chats und Videos eindeutig identifiziert werden konnte.

Wikileaks hätte schwerste Konsequenzen angedroht für Todd & Clare, in dem Brief an die UN beschrieben als „Cyberkrieg“. Die Angestellten von Todd & Clare wurden sogar dringend gebeten, soziale Netzwerke zu meiden und ihren Arbeitsplatz geheim zu halten, um nicht von Wikileaks angegriffen zu werden.

Man findet noch kein offizielles Statement von Polizeibehörden, dem zuständigen Jugendamt oder von den angeblichen kanadischen Eltern des beschriebenen Mädchens, das den Account ihrer erwachsenen Schwester benutzt haben soll. Ein Fox-Moderator erklärte kürzlich, ohne auf Details einzugehen, der Wikileaks-Gründer könnte sehr bald verhaftet werden.

Handelt es sich um eine glatte Erfindung? Hat jemand komplett falsche Vorwürfe in den Bahamas erhoben, um Assange zu schaden und um zu verhindern, dass er weitere Anerkennung durch die Vereinten Nationen erhält? Bei komplett erfundenen Vorwürfen wäre allerdings die Wirkung schnell verpufft, wenn sich herausstellt, dass niemand wirklich Assange angezeigt hat. Darüberhinaus würden falsche und sehr schnell wiederlegte Vorwürfe gegen Assange ihn nur bestätigen in seinem Mantra, unschuldig zu sein in dem Fall der beiden Frauen aus Schweden.

Todd & Clare erklärte eindeutig, dass ein Nutzeraccount von ihnen betroffen sei und man hat Assange per Klage abhalten wollen, sich öffentlich mit Todd & Clare zu assoziieren. Würde so etwas geschehen wegen einem völlig unbestätigten Gerücht? Sogar größere Webseiten wie Daily Kos haben sich der Sache angenommen. In den kommenden Tagen und Wochen wird sich hoffentlich mehr Klarheit ergeben.

Handelte es sich evtl. um eine Falle, bei der Assange in Wirklichkeit mit einer Erwachsenen sexuelle Videochats führte, man es aber so aussehen lassen will, als ob er mit der 8-jährigen Schwester gechattet hätte? Für jemanden wie Assange gibt es abseits von Online-Dating-Seiten und Webcam-Sex keine Möglichkeiten, Beziehungen zu Frauen zu führen. Theoretisch denkbar ist, das eine „Man-in-the-middle-Attacke“ durchgeführt wurde, in der sich jemand zwischenschaltet in den Chat und sich als Assange ausgibt.

In den 90er Jahren half Assange der Polizei in Australien dabei, Verbreiter von Kinderpornografie zu fangen. Danach erhielt er eine extrem milde Strafe für schwere Hacking-Verbrechen.

„1993, als Mr. Assange Anfang 20 war, hatte er Ermittlern von der Einheit der Victoria Police für Kindesmissbrauch Hilfe geleistet,“

so die Erklärung der Anwältin Ms. Morgan

„Mein Klient assistierte bei zwei Ermittlungen. Seine Rolle war beschränkt auf die Bereitstellung von technischer Hilfe und Unterstützung sowie die Assistierung bei der Strafverfolgung von Personen die unter Verdacht standen, Kinderpornographie im Internet zu verbreiten.“

Julian Assange nutzte die Publicity schamlos aus, um Frauen ins Bett zu bekommen. In Schweden gingen zwei Frauen zur Polizei und schilderten ihre Erlebnisse, worauf zunächst eine Anzeige erhoben, dann gestrichen und schließlich wieder erhoben wurde. Assange konterte wie immer auf Kritik mit einer Verschwörungstheorie: Finstere Mächte wollten ihm etwas anhängen.

Es ist aber deutlicher denn je geworden, dass die Vorwürfe wegen Vergewaltigung nichts mit Assanges politischen Aktivitäten zu tun haben. Assanges eigener Anwalt erklärte bei der Verhandlung um eine mögliche Auslieferung seines Mandanten von Großbritannien an Schweden hinsichtlich einer der beiden Damen (die aus Schutz der Privatsphäre AA genannt wird):

„Die physischen Annäherungsversuche des Revisionsklägers [Assange] waren zunächst willkommen, aber dann wurde es unbehaglich da er ‚grob und ungeduldig‘ war. […] Sie lagen im Bett. AA lag auf dem Rücken und Assange befand sich über ihr. […] AA fühlte dass Assange seinen Penis direkt in ihre Vagina einführen wollte, was sie nicht wollte da er kein Kondom trug. […] Sie drückte dies nicht in Worten aus. Stattdessen versuchte sie ihre Hüfte wegzudrehen und ihre Beine zusammenzudrücken um eine Penetration zu vermeiden. […] AA versuchte mehrfach ein Kondom zu greifen, wovon Assange sie abhielt indem er ihre Arme festhielt und ihre Beine auseinanderdrückte und versuchte, sie mit seinem Penis zu penetrieren ohne ein Kondom zu benutzen. AA sagte dass ihr die Tränen kamen, dass sie festgehalten wurde und das Kondom nicht erreichen konnte und dachte, dass dies böse enden könnte.“

Der Anwalt Emmerson beteuerte, dass nachdem sich die Dame AA eine Weile lang gewehrt hatte, sein Mandant dann letztendlich doch ein Kondom überstreifte, welches er aber laut AA hörbar mit seinen Fingernägeln beschädigte. Selbst wenn Julian Assange die expliziten Forderungen von AA in Schweden ignoriert hätte, so Emmerson, wäre dies laut britischem Recht kein Verbrechen.

Der zweite Vorfall der sich um eine weitere Frau dreht (SW), wird von Assanges Anwalt folgendermaßen beschrieben:

„Die beiden schliefen ein und sie wachte auf als er sie penetrierte. Sie fragte sofort ob er etwas [ein Kondom] trug. Er antwortete: ‚Dich‘. Sie sagte: ‚Du hast besser kein HIV‘. Er sagte: ‚Natürlich nicht.‘

Laut der schwedischen Staatsanwaltschaft ist das Penetrieren einer nicht-wachen Person ohne Zustimmung ein Verbrechen. Es heißt, Assange würde versuchen „das Gesetz über [sexuelle] Einwilligung zurück ins 19. Jahrhundert zurückzudrehen“. Die Beteuerung Assanges, nicht HIV positiv zu sein, muss in dem besagten Moment wenig beruhigend gewirkt haben da es für ihn offensichtlich auf seinen Reisen üblich ist, mit vielen verschiedenen Frauen zu schlafen.

Die Anwältin der Anklage Clare Montgomery erklärte vor Lord Justice Thomas und Mr. Justice Ouseley, dass die Frau zwar ab einem gewissen Punkt die Sache hätte über sich ergehen lassen, „dies aber nichts daran ändert dass die ursprüngliche Penetration klar ein Akt der Vergewaltigung war“. SW hätte einer anderen Person hinterher erklärt, dass „Assange ungeschützten Geschlechtsverkehr mit ihr hatte als sie schlief“ und dass sie dabei von ihm wie „gelähmt“ war.

Zusammenfassend hielt Assanges Anwalt fest, dass man nicht abstreiten werde, dass für die beiden Damen „Mr. Assanges Sexualverhalten in diesen Begegnungen unehrenhaft, unhöflich und verstörend war oder sogar sich den Grenzen dessen nähete womit sie sich in ihrer Haut wohl fühlten.“ Der Wikileaks-Gründer soll bei den Gelegenheiten weitere Scherze getrieben und gemeint haben, er möchte „Frauen befruchten“ und er bevorzuge „Jungfrauen weil er dann der erste wäre der sie befruchtet“. Schweden sei „ein gutes Land um Kinder zu haben“. Die ehemalige Nummer zwei bei Wikileaks, Daniel Domscheit-Berg, erzählt in seinem Buch „Inside Wikileaks“, dass Assange der Gedanke amüsierte, womöglich mehrere Kinder auf der ganzen Welt gezeugt zu haben.

Warum ging Assange vor Jahren, auf dem Höhepunkt der Enthüllungen, ausgerechnet freiwillig nach Großbritannien?


Quelle: http://recentr.com/2016/10/19/massive-vorwuerfe-ueber-online-grooming-einer-minderjaehrigen-durch-julian-assange/

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