Die USA sind eine Oligarchie und keine Demokratie

Die Wahrheit über die “Lügenpresse”

Europapolitik, Medienkritik

von Manuel Cornelius


Besitzen Sie noch uneingeschränktes Vertrauen in unsere etablierten Medien? Wahrscheinlich nicht, anderenfalls würden Sie vermutlich nicht die folgenden Zeilen lesen. Weite Teile der Bevölkerung sehen das ähnlich kritisch wie Sie und wenden sich immer stärker von den einstigen Leitmedien ab. Der Mainstream steckt in einer massiven Glaubwürdigkeitskrise und gerät zunehmend unter Beschuss und das völlig zu Recht. Dabei versteckt der Pauschalvorwurf “Lügenpresse” jedoch allzu schnell die tatsächlichen Probleme: etwa die Unterdrückung wesentlicher Informationen und das messen mit zweierlei Maß. Beide Defizite sind in unserem Mediensystem tief verankert.

Ein Musterbeispiel für das Sinnbild dieser Krise sind die aktuellen Ausgaben des ZDF Fernsehmagazins “Frontal21”. Die beiden 40 Minütigen Dokumentationen zum Thema Russland waren alles andere als Ergebnis-Offene Reportagen, vielmehr waren sie eindeutig ergebnisorientiert, tedenziös und mit einem einzigen Ziel: Dem Zuseher auf dem Sofa zu beweisen wie böse Russland ist und das “Propaganda” quasi eine Russische Erfindung sei.


So wurde dort zB die Friedensfahrt von Berlin nach Moskau als Russische Propagandaaktion bezeichnet, womit die Autoren der Doku, dem Zuseher bewusst eine weitere Falschinformation, präsentierten.

Ich selbst habe mehr als 10 Jahre für verschiedene TV-Formate im In- und Ausland gearbeitet, ich weiß wie der Redaktionsalltag bei derartigen Produktionen aussieht. Wenn ich in privaten Gesprächen, Freunden und Bekannten oftmals erzähle das es sich da und dort um Propaganda des Westens handelt, so musste ich mir oft die üblichen Vokabulare wie zB “Verschwörungstheoretiker”, gefallen lassen. Wenn man versucht das ganze auf eine sachliche Ebene zu bringen wenden sich die Personen dann zumeist ab und lassen in Folge die Rollballken runter. Man will keinen sachlichen Diskurs. Jetzt gab es in der Vergangenheit schon genügend Beispiele für West-Propaganda und bewusste Falschmeldungen in unseren sogenannten Qualitätsmedien. Musterbeispiele dafür waren die Bilder vom Absturz der MH17 in der Ostukraine wo man uns europaweit den betrunkenen Separatisten mit Teddybär präsentierte, der die Opfer angeblich verhöhnte. Als Beweis ging ein Foto um die Welt:

mh17

 

Dieses Foto das von der Agentur “Reuters” stammt wurde in nahezu allen Medien, von Spiegel bis zur Süddeutschen, breit veröffentlicht. Man kann also wirklich nicht behaupten das dies nur ein typisches Negativ-Beispiel für Boulevardmedien sei.

Das dieser Mann aus der Ostukraine in Wahrheit den Pressevertretern den Teddybären präsentierte um dann zu ergänzen das die Verursacher dieser Tragödie zur Verantwortung gezogen werden müssen, wurde in keinem Artikel erwähnt. Und fast hätte der perfide wie üble Trick auch funktioniert, wäre nicht die gesamte Videosequenz im Netz aufgetaucht:

Zu dem Zeitpunkt als unsere Medien diesen Mann auf ihre Titelseiten druckten, mit dem einzigen Ziel Russland, Putin und die Menschen im Osten der Ukraine zu diskreditieren, war die komplette Sequenz schon im Netz zu sehen. Jeder Redakteur hatte somit die Möglichkeit sich ein genaues Bild vom “betrunkenen und verhöhnenden” Mann zu machen.

Doch dies war offensichtlich nicht erwünscht. Auch als Alternative Medien die Sache aufdeckten gab es im Mainstream keine Richtigstellung oder gar Entschuldigung. Wozu denn auch??! Ist doch sowieso schon alter Kaffee und der Durchschnittliche Medienkonsument hatte die Sache 2-3 Tage später vermutlich ohnehin schon wieder vergessen. Mag sein, doch wir Alternative Medienmacher, vergessen nicht. Derartige Beispiele für ganz offensichtliche West-Propaganda gab und gibt es zu genüge, ich erspare es uns allen jetzt noch weitere Beispiele auszugraben.

 

Zurück in die Gegenwart

Falls jemand meint das dies unglückliche Einzelfälle wären so empfehle ich die aktuellen ZDF Frontal21 Dokumentationen zu Putin´s Propagandanetzwerk. Das was dort präsentiert wurde, ist um es vornehm zu sagen, einfach nur heiße Luft. Die üblichen Vorgangsweisen werden auch hier weiterhin benutzt. Angefangen von sogenannten Russland-Experten die diesen Begriff nichtmal im Ansatz verdienen – wenn man sich die Mühe macht diese “Experten” zu googlen so stellt man oftmals fest das es sich hier um Personen handelt die in Gremien sitzen welche eindeutige Interessen vertreten, Westliche Interessen.  Weiters kommen in dieser Dokumentation viele Behauptungen und Unterstellungen die man 1zu1 auch uns im Westen vorwerfen könnte und müsste. Das Transatlantische Denkfabriken direkte Einflussnahme in die Berichterstattung nehmen hat der Leipziger Medienwissenschafter Uwe Krüger in seiner Doktorarbeit “Meinungsmacht” eindrucksvoll aufgezeigt, Udo Ulfkotte hat in seinem Bestseller “Gekaufte Journalisten” u.a. aus seiner Zeit als FAZ-Kriegsberichterstatter berichtet und wie Geheimdienste als auch Lobbygruppen aus Journalismus immer öfter “Public Relations” machen.

Eine Ergebnis-Offene Recherche findet im Mainstream immer seltener statt und wenn dann zum Großteil nur noch im Bereich der Chronik. Wenn es darum geht Rockerbanden, oder das Rotlichtmilleau zu unterwandern, findet man vereinzelt noch investigative und Ergebnis-Offene, Reportagen. In der Politischen Berichterstattung jedoch kann man wunderbar feststellen das es den Autoren in den allermeisten Fällen nur darum geht eine bestimmte Emotion zu erzeugen. Das ganze wird dann mit Hilfe von tollen Grafiken bzw professionellem Schnitt untermalt, wenn die Verpackung professionell und seriös erscheint muss es schließlich stimmen was in diesen Reportagen berichtet wird. Das sich hinter der tollen Verpackung dann zumeist nur ein stinkender Misthaufen versteckt der darauf abzielt in uns bestimmte Vorurteile zu schüren, ist dem Otto-Normal Medienkonsumenten nur selten bewusst. Allerdings ist das Ausmaß der Verdrehungen in den letzten Jahren so massiv geworden das die meisten Menschen mittlerweile spüren das an diesen Berichten etwas nicht stimmen kann.

Jetzt könnten wir darüber diskutieren ob die Autoren und Redakteure derartiger Dokus und Reportagen uns bewusst Halbwahrheiten, Lügen und Verdrehungen präsentieren, oder ob sie es einfach selbst nicht besser wissen. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen das viele Redakteure es leider wirklich nicht besser wissen und selbst Opfer der perfiden West-Propaganda geworden sind. Als Obama 2008 US-Präsident wurde habe ich in meiner damaligen TV-Redaktion gesagt das Mister “We Are Change” eine Wall-Street Marionette sei. Dafür wurde ich intern als Spinner und eben Verschwörungstheoretiker verunglimpft. Das Obama dann nach und nach immer mehr Goldman-Sachs Leute in seine Regierung holte, ging an meinen damaligen Kolleginnen vorüber. Schließlich wurde dieser Umstand zu diesem Zeitpunkt auch nicht in anderen Medien hervorgehoben, somit wurde es von den meisten Journalisten auch nicht wahrgenommen. Schließlich informieren sich die meisten Journalisten ausschließlich über etablierte Medien.

 

Wir haben in den Redaktionen durchaus Menschen die ihren Job an sich nach bestem Gewissen ausüben wollen, das Problem ist oftmals der Faktor Zeit. So hat ein Redakteur heute nicht mehr die Möglichkeit eine Geschichte genauer zu recherchieren, in der tagesaktuellen Nachrichtenberichterstattung schon gar nicht. Da werden Agenturmeldungen meist 1zu1 übernommen, im besten Fall nur textlich ein wenig geändert, wobei auch das immer seltener passiert. Zeit ist Geld, nicht wahr?

Den absoluten Tiefpunkt erreichte die Frontal21 Reportage in dem man die Friedensfahrt von Berlin nach Moskau als Propagandaaktion des Kremls, verunglimpfte. Dieser Umstand ist sinnbildlich für das was mit uns passieren soll. Wer sehen will was es mit der Friedensfahrt wirklich auf sich hatte sollte sich diesen Film von Nuoviso ansehen: [youtube

 

Schließlich ist es erklärtes Ziel einflussreicher Neokonservativer Ideologen, uns Mitteleuropäer von Russland, wegzutreiben. Das Stratfor-Chef George Friedman vor dem Chicago Council on Global Affairs aus dem Nähkästchen plauderte, wie man in den USA seit mehr als 100 Jahren die große Angst hat, das sich Deutsches KnowHow als auch Kapital mit Russischen Ressourcen vereint, wurde von unseren Qualitätsmedien völlig ignoriert.

Und für genau dieses Ziel wurden all diese Transatlantischen Denkfabriken und Lobbygruppen mitunter gegründet. Wenn man noch an eine unabhängige als auch objektive Berichterstattung im Politischen Spektrum glaubt, so sollte es einen doch mehr als nur verwundern dass dieses Schwergewicht namens Friedman, in unseren Medien, kein einziges mal erwähnt wurde, nicht ein mal!, als hätte es diese Aussagen von Friedman niemals gegeben.

Diese Aussage von Friedman sollte man allerdings immer im Hinterkopf behalten wenn man die aktuellen Entwicklungen zu- und mit Russland, genauer verfolgt. Ganz aktuell ist da die neue Eiszeit zwischen Frankreich und Russland – was 2003 unter Chirac und Schröder als neue Achse zwischen Paris-Berlin-Moskau noch medial gepriesen und vom damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld als das Alte Europa, abgetan wurde – gleicht heute dem Zustand wie zu Zeiten des Kalten Krieges. Der böse Russe will uns überrollen, Europa erobern und Putin höchstpersönlich lässt für dieses Ziel lästige Oppositionspolitiker wie Nemzov vor den Mauern des Kreml, ermorden. Putin alleine betreibt billige wie perfide Propaganda und eine Welt ohne Putin wäre für uns alle besser. Solange in unseren Medien dieses Bild gezeichnet wird ohne dabei differenzierter an die einzelnen Punkte heranzugehen, solange werden sich eben diese Medien das Wort “Lügenpresse” gefallen lassen müssen. Wobei ich selbst kein Freund dieses Vokabulars bin da es dem Mainstream heute fast schon dienlich ist. Propaganda gibt es, aber sie ist keine Erfindung des KGB. Propaganda gibt es auch bei uns, genauso billig wie perfide, wie Frontal21 beweist. Wenn der Mainstream die von uns genannten Kritikpunkte nicht zulässt und alles und jeden der diese Kritik äußert als Teil von Putin´s Propagandanetzwerk bezeichnet, darf man sich keine allzu großen Hoffnungen auf Verbesserung, machen. Dabei geht es uns nicht darum die Medienlandschaft generell zu diskreditieren, vielmehr wollen wir einen Beitrag dazu leisten das dieser Zustand schnellstmöglich wieder repariert wird.

Zu diesem Thema möchte ich Ihnen und Euch noch einen Literaturtipp geben:

Ulrich Teusch - Lückenpresse

Ulrich Teusch – Lückenpresse – Das Ende des Journalismus wie wir ihn kannten / Westend Verlag

 

Zu guter Letzt bitte ich Sie Alternative Medien vermehrt zu unterstützen, es gibt in diesem Bereich mittlerweile wirklich gute Angebote, die in den vergangenen Monaten einen wichtigen Beitrag zu einer besseren Informationsgrundlage, beisteuern konnten. Zu diesem Thema möchte ich Ihnen allerdings ganz besonders die Analyse von Mainz-Free-TV empfehlen. In diesem 2 Stunden Video wird die von mir genannte Frontal21 Doku ganz genau zerlegt und analysiert:

 

 

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